Foodblog Fidschi Fisch

Naturverbundene Küche auf Fidschi

Liebe Freunde,

Nach Osttimor und Nepal setzen wir unsere gemeinsame kulinarische Reise in Fidschi fort. Auf der entlegenen Koro Island  in Fidschi erlebte ich eine einzigartige kulinarische Erfahrung.

Ich habe bei einem unserer lokalen Projektmitarbeiter gewohnt und hatte so die Möglichkeit, bei der Essenszubereitung mitzuhelfen und nach der Arbeit fischen zu gehen. Auf Koro Island gibt es keinen Supermarkt. Da bestehen die Mahlzeiten aus dem, was die Natur wachsen lässt. Fast jede Mahlzeit besteht aus Fisch, Taro und Kochbananen. Taro ist eine Wurzel, ähnlich wie Süßkartoffel aber fast geschmacklos und sehr schwer verdaulich. Den Fisch holen sich die Bewohner mit Faden und Angel und einem Stück Blei, der an einer Spule aufgewickelt ist. Ähnlich wie man ein Lasso schwingt, so wird vom Strand aus der Faden mit Blei und Hacken geschwungen und im richtigen Moment losgelassen, um den Haken möglichst ins tiefere Gewässer zu bekommen. Gefischt wird bei Dämmerung und in der Nacht. Damit Fische anbeißen, werden am Haken kleine Fingerlinge aufgespießt. Das Fischen an einem menschenleeren Strand macht Spaß, da der Erfolg nicht lange auf sich warten lässt. Am Haken sind meist kleiner Fische von 20-40 Zentimeter. Fast alle Fische sind zum Verzehr geeignet und nach einer guten Stunde sind genügend Fische im Kübel für die nächsten zwei Mahlzeiten.

An Sonntagen gibt es meist noch ein etwas reichhaltigeres Essen, weil am Wochenende mehr Zeit für die Zubereitung vorhanden ist. Farn gehört zu den nahrhaften Delikatessen, muss aber zuerst gesammelt und dann die Blätter vom Stängel getrennt werden. Danach werden die Farnblätter in Kokosnussmilch gekocht. Diese muss auch erst hergestellt werden aus reifen Nüssen, die geteilt und dann das Fleisch mit einer Raspel herausgelöst wird. Die Kokosraspeln werden mit Wasser aufgekocht und danach das Feste vom Flüssigen mit einem Tuch getrennt. Die Milch mit Farn wird als Suppe mit etwas Salz weitergekocht und dann die Fische dazugegeben. Die Mittagsmahlzeit an einem Sonntag ist ein sozialer Event, bei dem Freunde und Nachbarn meist zusammen essen. Bei uns waren es alle Projektmitarbeiter, die jeweils gemeinsam aßen. Eine solche Mahlzeit ist sehr reichhaltig und wird am Boden miteinander geteilt. Wer es nicht gewohnt ist, am Boden im Schneidersitz zu essen, spürt die Beine sehr schnell. Chili fehlt bei den Hauptmahlzeiten nicht. Obwohl ich Chili mag, war für mich Knoblauch, den ich von der Hauptinsel mitgebracht hatte, zu den Mahlzeiten wichtiger, um mir die Mücken etwas vom Leib zu halten, die einem beim Essen massiv stören können. Auch auf Fidschi essen die meisten Menschen auf dem Land noch traditionellerweise mit der Hand.

Im nächsten Blogbeitrag werde ich euch mit nach Afrika nehmen.

Euer

Marcel Wagner

ADRA-Geschäftsleiter

 

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